„Prüft euch selbst, ob ihr im Glauben steht.“
Das klingt zuerst streng. Nach Kontrolle. Nach geistlicher Bestandsaufnahme. Nach einem inneren Zeugnisheft.
Doch Paulus fragt tiefer: Erkennt ihr, dass Jesus Christus in euch ist?
Glaubensprüfung heißt darum: den eigenen Glauben ehrlich anschauen. Schlicht. Wach. Wahr. Vor Gott.
Petrus glaubte an seine Standfestigkeit. Er meinte, er würde bleiben, auch wenn es gefährlich wird. Dann kam die Nacht. Angst. Druck. Überforderung.
Und Petrus leugnete Jesus. Dreimal.
Dann krähte der Hahn.
Dieser Moment entlarvt. Zugleich bleibt Petrus gehalten. Er sieht: Der alte Mensch baut gern auf die eigene Stärke. Auf Treue aus Muskelkraft. Auf Mut, der sich selbst überschätzt.
Am Kreuz geschieht mehr. Jesus stirbt für Schuld. Mit ihm wird auch der alte Mensch gekreuzigt: der Mensch, der sich beweisen muss, der immer stark sein will, der Gott mit eigener Standfestigkeit beeindrucken möchte.
Darum ist die Frage aus 2. Korinther 13,5 eine Einladung zur Wahrheit:
Stehe ich im Glauben — oder stehe ich vor allem auf mir selbst?
Glaube wird im Alltag sichtbar. In Müdigkeit. In Angst. In Überforderung. In Entscheidungen. In Reaktionen. In Momenten, in denen der Hahn kräht und die eigene Stärke still wird.
Dann beginnt Gnade neu.
Ich halte mich an Christus.
Christus lebt in mir.
Ich beweise meinen Glauben durch mein Leben.
Christus bleibt meine Mitte.
Das ist Klartext des Evangeliums:
Petrus zeigt die Grenze des Menschen.
Das Kreuz zeigt die Kraft Christi.
Der Alltag zeigt, worauf mein Glaube wirklich steht.
Erforscht euch selbst, ob ihr im Glauben steht; prüft euch selbst!
Oder erkennt ihr an euch selbst nicht, dass Jesus Christus in euch ist?
2. Korinther 13,5
© Ella Anders