Andachten
Eine literarisch-theologische Übung zeigt, wie ein Evangelium in verschiedenen Stimmen neu klingt.
Ein Wort Jesu über zwei Sperlinge – und plötzlich wird daraus eine große Zusage Gottes.
Mehr wert als viele Sperlinge
Eine literarisch-theologische Übung zu Matthäus 10
Impuls zur Tageslosung
Ein für Zwei
Ein Groschen.
Für zwei Sperlinge.
Kein Pfifferling wert.
In der Welt.
Bei Gott.
Kein Sperling fällt auf die Erde
ohne unseren Vater.
Mehrwert.
Für dich bedeutet dies:
Fürchte dich nicht!
Du bist kostbarer
als viele Sperlinge.
Halleluja!
(Matthäus 10,29.31)
© Ella Anders
Beim Nachdenken über die Tageslosung entstand ein kleines Experiment.
Wie würde dieses Bibelwort klingen, wenn verschiedene geistliche Stimmen darüber sprechen?
Im Ton von Dietrich Bonhoeffer
Der Sperling
Zwei Sperlinge
für einen Groschen.
So rechnet die Welt.
Was gering ist,
ist bald vergessen.
Doch keiner von ihnen
fällt auf die Erde
ohne den Vater.
So weiß Gott auch um dich.
Darum fürchte dich nicht.
Du bist ihm nicht verborgen.
Du bist ihm kostbar.
m Ton von Rainer Maria Rilke
Die Sperlinge
Und die kleinen Sperlinge
am Rand des Tages –
wer zählt sie?
Sie fallen
leicht wie ein verlorenes Blatt
aus dem Atem der Welt.
Doch keiner von ihnen
geht verloren
im Blick des Ewigen.
Und auch du –
so unscheinbar im Lärm der Tage –
bist gehalten
im Wissen Gottes.
Fürchte dich nicht.
Im Ton von Kurt Marti
Marktpreis
marktpreis:
zwei sperlinge
ein groschen
restwert:
praktisch null
gottes rechnung:
kein sperling
fällt aus der welt
ohne ihn
und du?
hör auf
dich selbst abzuwerten
du bist
mehr wert
als viele sperlinge
Im Stil eines biblischen Psalms
Psalm vom Sperling
Ein Sperling wird verkauft
für einen geringen Preis,
zwei für einen Groschen.
Doch du, Herr, siehst sie.
Keiner von ihnen fällt auf die Erde,
ohne dass du es weißt.
Du kennst den Flug des Vogels
und den Weg des Menschen.
Darum fürchte ich mich nicht.
Denn wenn du den Sperling siehst,
vergisst du auch mich nicht.
Du bist mein Gott
und mein Leben ist vor dir.
Im Stil eines frühchristlichen Epigramms
Vom Sperling
Zwei Sperlinge
kauft man für einen Groschen.
So gering sind sie
im Markt der Welt.
Doch keiner fällt zur Erde
ohne den Vater.
Darum fürchte dich nicht:
Vor Gott
bist du mehr wert
als viele Sperlinge.
(Matthäus 10)
Noch knapper – ähnlich einer alten Grabinschrift
Der Sperling
Ein Groschen
kauft zwei Sperlinge.
Die Welt nennt sie wertlos.
Doch keiner fällt
ohne den Vater.
Darum fürchte dich nicht:
Gott kennt auch dich.
Ein Bibelwort – viele Stimmen.
Die Welt rechnet mit Marktwert.
Gott rechnet mit Aufmerksamkeit.
Wenn Gott schon den kleinen Sperling sieht,
dann bist auch du nicht übersehen.
Darum sagt Jesus:
Fürchte dich nicht.
© Ella Anders
🔑
Was bleibt am Ende wirklich bestehen?
Nicht Ausbildung.
Nicht geistliche Gaben.
Nicht Erfolge oder ein langer Dienst.
👉 Nur die Gnade Gottes.
Paulus sagt:
„… ich gebe aber meine Meinung als einer, der vom Herrn Barmherzigkeit empfangen hat.“
(1. Kor 7,25)
Wahrer, anhaltender Erfolg beginnt dort, wo ich erkenne:
Ich bin vollständig abhängig von Gottes Gnade.
Alles andere führt früher oder später zu Stolz
und Stolz trennt vom Leben Gottes.
Und Jesus selbst zeigt uns das Ziel:
„Meine Speise ist, dass ich den Willen dessen tue,
der mich gesandt hat, und sein Werk vollbringe.“
(Joh 4,34)
👉 Erfolg ist nicht, was ich erreiche –
sondern dass ich bis zum Ende im Willen Gottes bleibe.
Das ist die Quelle von Leben.
Das ist die Quelle von Kraft.
Das ist wahrer Erfolg.
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#AbhängigkeitVonGott #Demut
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©Ella Anders
Jesus handelte nicht aus dem Sichtbaren, sondern aus dem Unsichtbaren.
Er lebte nicht im Takt der Welt, sondern im Fluss des Geistes.
Darum war alles, was Er tat – Heilung, Befreiung, Wiederherstellung – so kraftvoll:
Er wirkte aus der Quelle, nicht aus dem Mangel.
Und das Erstaunliche: Er tat es als Mensch.
Nicht als ferne Gottheit, sondern als Mensch,
ganz durchdrungen von der Gegenwart Gottes,
so wie du und ich es sein sollen.
Ein Gespräch mit Nikodemus öffnet diesen Blick wie ein Fenster ins Unsichtbare:
„Wenn jemand nicht von oben geboren wird,
kann er das Reich Gottes nicht sehen.“
(Johannes 3,3)
„Von oben geboren“ – das ist das eigentliche Wort.
Nicht einfach „noch einmal“.
Sondern: von oben, aus der Quelle selbst.
Wenn du Jesus annimmst, wird dein Ursprung offenbar:
Du bist vom Himmel her geboren.
Deine Heimat ist nicht Erde,
sondern Himmel,
und deine Aufgabe ist, Himmel auf Erden zu atmen.
Christen reden oft davon, in den Himmel zu kommen –
doch der Himmel war der erste Ort, aus dem du kamst.
Das ist der Beginn jeder Neugeburt:
Nicht Flucht, sondern Erinnerung.
Nicht Ziel, sondern Herkunft.
Und weil du von dort bist,
ist es deine neue Normalität,
Himmlisches auf Erden zu erleben.
„Der Wind weht, wo er will …
so ist jeder, der aus dem Geist geboren ist.“
(Johannes 3,8)
Man sieht ihn nicht.
Und doch bewegt er alles.
Die Blätter tanzen, die Luft lebt – unsichtbar, aber wirklich.
So wirkt der Geist.
Nicht durch dein Machen,
sondern durch dein Sein.
Wir müssen nichts heraufbeschwören,
keine Atmosphäre „bauen“, kein Gefühl „machen“.
Was, wenn du längst mittendrin bist?
Was, wenn du versuchst, dorthin zu gelangen,
wo du längst wohnst?
Von oben geboren – das heißt:
Du bist bereits eingetreten ins Reich.
Du brauchst es nicht zu sehen, um es zu erfahren.
Es lebt schon in dir.
Denn der Wind des Geistes ist da.
Du spürst ihn, wenn dein Herz still wird.
Du hörst ihn, wenn dein Denken aufhört zu kämpfen.
Und du folgst ihm, wenn dein Inneres „Ja“ sagt,
bevor dein Verstand nachkommt.
So wirkt Jesus – und so lebst du,
wenn du Ihm vertraust:
nicht aus Anstrengung,
sondern aus Atem.
Nicht aus Sicht,
sondern aus Licht.
© Ella Anders
Rede mit mir.
Mach deinen Mund auf. Kein Blatt vor den Mund nehmen.
Einen freimütigen Mund haben. Nicht auf den Mund gefallen sein.
Kennen wir alles, oder?
Und doch – wie oft halten wir ihn trotzdem geschlossen.
Warum eigentlich? Unsicherheit? Angst, nicht schlagfertig zu sein?
Sorge, die falschen Worte zu sagen – oder vielleicht die Wahrheit?
Aus welcher Motivation sprechen wir überhaupt?
Die Bibel hat klare Antworten. Sie zeigt: Der Mund ist kein Zufall.
Er ist von Gott selbst geschaffen – und er hat das letzte Wort, wann und wie er sich öffnet.
Ein paar Highlights:
-
2. Mose 4,11: „Wer hat dem Menschen den Mund gemacht? … Bin ich es nicht, der HERR?“
👉 Gott selbst ist Ursprung deines Mundes. Er bestimmt, wann er geöffnet wird. -
Psalm 81,11: „Tu deinen Mund weit auf, so will ich ihn füllen.“
👉 Ein Versprechen: Öffnest du dich, füllt er mit seinem Wort, seiner Speise. -
Psalm 119,131: „Meinen Mund habe ich aufgetan und lechzte, denn ich verlangte nach deinen Geboten.“
👉 Ein offener Mund zeigt Sehnsucht nach Gott. -
Matthäus 5,2: „Und er tat seinen Mund auf, lehrte sie und sprach …“
👉 Jesus öffnet den Mund, um Gottes Reich sichtbar zu machen. -
Lukas 1,64: „Und sogleich wurde sein Mund aufgetan, seine Zunge gelöst, und er redete und lobte Gott.“
👉 Gott selbst kann verschlossene Münder öffnen – zum Lob. -
Apostelgeschichte 8,35: „Philippus aber tat seinen Mund auf … und verkündigte das Evangelium von Jesus.“
👉 Mundöffnung ist Startschuss für Evangelium. -
Epheser 6,19: „… dass mir das Wort gegeben werde, wenn ich den Mund auftue, freimütig das Geheimnis des Evangeliums kundzutun.“
👉 Paulus bittet: Füll meinen Mund mit Inhalt, wenn ich rede.
✨ Das Muster dahinter:
-
Gott öffnet → wir können reden.
-
Wir öffnen im Glauben → Gott füllt.
-
Mundöffnung = Übergang: vom Schweigen zum Reden, von Gefangenschaft zur Freiheit, von Mangel zur Fülle.
Also: Mund auf – Gott füllt, Gott wirkt, Gott macht den Unterschied. Reden ist nicht nur Wortschwall, Reden ist Freiheit, Lob und Leben zugleich.
© Ella Anders